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Batteriespeicher: Warum Gewerbeflächen in Deutschland für die Energiewende gesucht werden?

Die Energiewende verändert nicht nur die Art und Weise, wie Strom erzeugt wird, sondern auch, wie er verteilt und zwischengespeichert werden muss. Neben großen Wind- und Solarparks rückt dabei eine Komponente immer stärker in den Fokus: dezentrale Batteriespeicher.

Wer über ungenutzte Gewerbeflächen verfügt, stolpert dabei zunehmend über Begriffe wie Batteriespeicher-Pacht oder BESS. Dieser Leitfaden beleuchtet die Funktionsweise dieser Technologie, die Ursachen für die hohe Standortnachfrage in Deutschland und die Rolle von Flächeneigentümern im Stromnetz.

Was ist ein Batteriespeicher (BESS – Battery Energy Storage System)?

Batteriespeicher nehmen elektrische Energie auf, speichern sie chemisch ab und geben sie bei Bedarf wieder ins Stromnetz ab. In großem, industriellem Maßstab spricht man meist von BESS (Battery Energy Storage Systems).

Diese Anlagen sind technisch so aufgebaut, dass sie netzdienlich agieren: Sie laden sich dann auf, wenn im Netz ein Stromüberschuss herrscht, etwa an sonnigen Mittagsstunden mit starker Photovoltaik-Einspeisung, und speisen den Strom gebündelt wieder ein, wenn die Nachfrage steigt. Auf diese Weise stabilisieren sie das Stromnetz, gleichen Schwankungen aus und verhindern, dass erneuerbare Energien wegen Netzüberlastung abgeregelt werden müssen.

Wofür werden Batteriespeicher im deutschen Stromnetz benötigt?

Der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft führt zu zwei strukturellen Herausforderungen im Stromnetz:

  1. Fluktuierende Erzeugung: Die Stromproduktion richtet sich nach dem Wetter und lässt sich nicht exakt am aktuellen Verbrauch ausrichten.
  2. Netzengpässe: Die Transportkapazitäten der Stromnetze hinken dem Ausbau der Erzeugungsanlagen oft hinterher.

Batteriespeicher fungieren als elastischer Puffer. Sie fangen Stromüberschüsse ab, entlasten die Netze und stabilisieren die Frequenz im Netz (Regelenergie). Ohne diese Speicher stößt das Stromnetz an seine physischen Grenzen.

Warum werden in Deutschland aktuell so viele Flächen gesucht?

Da dezentrale Speicher nah am Verbrauch und an den Netzknotenpunkten stehen müssen, ist die Suche nach geeigneten Grundstücken zu einem zentralen Nadelöhr der Infrastruktur geworden.

  • Gewerbegebiete als idealer Standort: In reinen Wohngebieten sind solche Anlagen aus Lärm- und Baurechtsgründen kaum umsetzbar. Gewerbe- und Industrieflächen bieten hingegen die passenden baurechtlichen Zonen.
  • Die Nähe zum Netz: Jedes Speichersystem benötigt eine direkte Anbindung an das örtliche Stromnetz. Daher sind Standorte gefragt, bei denen eine Trafostation (Ortsnetzstation) in unmittelbarer Nähe liegt, als Faustregel höchstens rund 50 Meter entfernt.
  • Ungenutzte Restflächen: Viele Gewerbetreibende und Grundstückseigentümer besitzen Randstreifen, ungenutzte Lagerflächen hinter Werkshallen oder nicht benötigte Parkplatzbereiche von 15 bis 25 Quadratmetern, die sich technisch für die Aufstellung eines kompakten Batteriespeichers eignen.

Wie Standorte für Batteriespeicher bewertet werden

Für Eigentümer, die über freie Grundstücke verfügen, spielen bei der Eignung vor allem drei Parameter eine Rolle: die verfügbare freie Fläche, die Einordnung im Gewerbe- oder Industriegebiet sowie die Entfernung zur nächsten Trafostation. Über eine netztechnische Voranfrage lässt sich ermitteln, ob die Netzkapazität vor Ort ausreicht und ob eine Fläche als Standort in Frage kommt.

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